Referent

„Für viele Botschafter aus dem Nahen und Mittleren Osten ist Dieter Bednarz nicht nur der Middle East Editor des SPIEGEL, sondern vielmehr der ‚Diplomatic Correspondent‘ des Magazins.“ Die freundlichen Worte stammen von Houssam Maarouf, Vize-Präsident der Deutsch-Arabischen-Freundschaftsgesellschaft (DAFG), den ich mit fünfzehn Botschaftern aus dem Nahen und Mittleren Osten im Oktober 2014 in Hamburg zu einer Diskussionsrunde im SPIEGEL empfangen habe. Und tatsächlich bin ich der Überzeugung: Wer in dieser hochsensiblen Region Erfolg haben will, muss nicht nur die Machtstrukturen kennen, sondern auch ein guter Diplomat sein, der es versteht, sich zwischen den vielfältigen Fraktionierungen und Fronten zu bewegen.

Dazu bedarf es auch einer gelebten Vertrautheit mit der Region, die viele nur als Krisenregion wahrnehmen. Für mich haben die Jahrzehnte der Verbundenheit zu einem tiefen Verständnis für die Menschen und deren Kultur geführt. Meine Freude daran, mein Wissen mit anderen zu teilen, mein Wunsch, zwischen den Kulturen zu vermitteln, Missverständnisse aufzuklären und Vorurteile abzubauen, haben geradezu zwangsläufig dazu geführt, dass ich zu Diskussionsrunden, Vorträgen oder Kamingesprächen gebeten werde. Dabei wird von einem guten Moderator und Referenten die gleiche Kernkompetenz gefordert wie von einem guten Journalisten: Kommunikation.

Während ich als Autor die Besucher meiner Lesungen vor allem unterhalten möchte, auch wenn ich mir den einen oder anderen kleinen Denkanstoß nicht immer verkneifen kann, sind meine Auftritte als Experte sehr analytisch und zielorientiert. Doch auch hierbei ist mir die persönliche Ansprache wichtig, denn meine Zuhörer sollen teilhaben an meinen Erlebnissen, meinen Erfahrungen sowie Einschätzungen. Diese vertrauensvolle Atmosphäre erleichtert es ihnen, jene Fragen zu stellen, die sie schon immer zu dieser schwer durchschaubaren Region hatten. Gerade der von mir geschätzte Politische Salon bietet den geschützten Raum, um die Aussichten auf nachhaltige Prosperität und Demokratisierung offen zu diskutieren.

Immer wieder angesprochen werde ich in Veranstaltungen auf meine zahlreichen Gespräche, die ich als SPIEGEL-Redakteur mit den Mächtigen, aber auch der demokratisch orientierten Opposition geführt habe, besonders auf jene mit Irans Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad und dem syrischen Herrscher Baschar al-Assad. Aufgrund meiner stetigen Reisen nach Iran seit fast einem Vierteljahrhundert bin ich bestens vertraut mit den Herrschaftsverhältnissen und Machtstrukturen in der Islamischen Republik. Aber auch Ägypten und Israel bin ich aufgrund meiner Vita eng verbunden. In Kairo leitete ich von 1991 bis 1994 das Nah- und Mittelostbüro des SPIEGEL; in Jerusalem habe ich von 1979 bis 1981 gelebt und war dort als Israel-Korrespondent akkreditiert.

Einladung zum Vortrag bei den Wirtschaftsjunioren Südwestfalen, 16.9.2015

Nicht um die Machtkämpfe in Bagdad und Teheran, Jerusalem, Riad oder Kairo, sondern um die oft nicht minder schwer durchschaubaren Frontverläufe im Spannungsfeld von Familie und Beruf geht es in meinem zweiten Schwerpunkt als Referent:

„Wer regiert Syrien?“ Diskussion mit dem Buchautor Daniel Gerlach in der Körber-Stiftung; Hamburg, im März 2015 (zum Beitrag)

Teheran, 2009

Damaskus, 2013

Work-Life-Balance

Wie weit gehen wir auf dem Weg zum eigenen Kind? Was müssen Eltern opfern und wo bekommen sie etwas geschenkt? Warum befördern Kinder die Karriere? Wieso steigert Elternschaft die Effektivität? Warum machen wir alle einen Schritt vorwärts, wenn wir alle kürzertreten im Job?

Für immer mehr Menschen sind diese und andere Fragen zu ihrer privaten Lebensgestaltung und deren Vereinbarkeit mit ihren beruflichen Ambitionen entscheidend für ihre Einstellung zum Beruf, zur täglichen Arbeit. Konstruktive Antworten geben uns neuen Schwung und Energie für beide Bereiche; das ohnmächtige Verharren im Spagat zwischen den Fronten hingegen wird selbst für die stärksten Partnerschaften zur Zerreißprobe und zur Qual für Kinder in einer solchen Beziehung.

Über den Entscheidungskonflikt zwischen Kind und Karriere habe ich in meinem autobiographischen Buch „Überleben an der Wickelfront – Vom Elternglück in den besten Jahren“ sehr offen geschrieben. Das Buch wurde von der damaligen Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen öffentlich vorgestellt und empfohlen, weil es die Vereinbarkeit von Familie und Beruf beispielhaft problematisiert und zugleich individuelle Lösungsmöglichkeiten aufzeigt. Als Referent versuche ich, diese Problematik auch meinen Zuhörern bewusst zu machen und ihnen – hergeleitet von meinem eigenen Beispiel – individuelle Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Zwischen Kindern und Karriere – Diskussion mit der damaligen Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen, die „Überleben an der Wickelfront – Vom Elternglück in den besten Jahren“ im Oktober 2009 in Berlin der Öffentlichkeit vorstellte