Film & Fernsehen

Manche meinen, ich könnte an guten Tagen durchaus druckreif schreiben; die Berliner Erfolgsproduzentin Regina Ziegler glaubte als erste, meine kleinen Werke seien auch filmreif. Sowohl das erzählende Sachbuch »Überleben an der Scheidungsfront«, erschienen 2099 bei der DVA, wie auch dessen fiktive Fortschreibung, der Roman »Mann darf sich doch mal irren! – Unser Leben nach der Wicklefront« (LangenMüller, 2013) wurden von ihr für das ZDF verfilmt.

Regina Ziegler war die Vorstellung des »Wickelfront«- Buches in Berlin nicht entgangen. In ihrer Ansprache hatte die damalige Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen das Werk als »ebenso unterhaltsamen wie gesellschaftspolitisch wichtigen Denkanstoß« empfohlen. Regina Ziegler erkannte sofort das »Potenzial für eine anspruchsvolle Familienkomödie« und erwarb die Rechte an dem Buch. In sehr kollegialer Zusammenarbeit mit dem einfühlsamen Drehbuchautor Stefan Kuhlmann und dem für seinen komödiantischen Touch geschätzten Regisseur Titus Selge entstand der gleichnamige TV-Spielfilm mit Uwe Ochsenknecht als Dieter Lindemann und Valerie Niehaus als Esther Lüdecke. In einer kurzen Szene bin ich auch zu sehen: Als Berliner Kneipenwirt serviere ich dem Film-Dieter Uwe Ochsenknecht ein Bier. Nach drei Proben war die Szene im Kasten. Mit meinem tragenden Text hatte ich keine Probleme. Ich durfte »Zum Wohle!« sagen.

Nachdem die Ausstrahlung im März 2011 den Tagessieg errungen hatte, entwickelte ich für Regina Ziegler auch die fiktive Fortsetzung der Familiengeschichte: So entstand parallel zu meinem 2013 erschienen Roman »Mann darf sich doch mal irren!« der zweite Spielfilm für das ZDF mit dem Titel »Überleben nach der Scheidungsfront – Mann darf sich doch mal irren!«, wieder mit Ochsenknecht und Niehaus als liebevolles, aber überstrapaziertes Elternpaar. Die Ausstrahlung am 9. Oktober 2014 wurde nach dem Tod von Siegfried Lenz am 7. Oktober kurzfristig verschoben, um Platz zu schaffen für eine Sondersendung zur Würdigung des großen Schriftstellers.

Man kann sich ja mal irren, aber einen dritten Teil meiner kleinen Familien-Saga um die Lindemanns bereitet ich dennoch schon mal vor.

Vorrang hat derzeit ein anderes Buch, das gleichfalls wieder verfilmt werden soll, diesmal fürs Kino. Unter dem Arbeitstitel »Der Mönch ist los!« schreibe ich über die amüsanten wie lehrreichen Erlebnisse und Erfahrungen des jungen Hamburger Paares Maya und Daniel mit dem buddhistischen Mönch Siri Sudhamma, der plötzlich bei der Rechtsanwältin und dem Journalisten im Grindel-Viertel vor der Tür steht und bei ihnen einzieht.Und wieder ist es das wahre Leben, das den Anlass gibt: Am 21. Oktober 2002 heirateten Dieter Bednarz und Esther Göttling in Balapitiya auf Sri Lanka. Der dem Paar wohlwollend verbundene buddhistische Mönch Siri Sudhamma richtete dazu in seinem Gunananda-Tempel eine festliche Zeremonie aus. Zum Dank luden die Frischvermählten den Ehrwürdigen zu sich nach Hamburg ein. Als der Mönch der Einladung im Frühjahr 2003 folgte und drei Monate bei dem Paar in Hamburg lebte, musste Bednarz erkennen, dass Buddha Recht hatte, als er vor über 2500 Jahren sagte: »Es gibt nur eine Zeit, in der es wesentlich ist zu erwachen – diese Zeit ist jetzt.«

Diese wahre Begebenheit schreibe ich derzeit mit ganz viel Phantasie in einem neuen Roman fort. Orientiert an meinen Motiven bereitet der arrivierte Drehbuchautor Rolf-René Schneider zeitgleich die Verfilmung der Geschichte vor, für die er nicht nur als Drehbuchautor, sondern auch erstmals als Produzent verantwortlich zeichnet. Die als anspruchsvolle Clash-of-Culture-Comedy geplante Produktion wird voraussichtlich 2016 in die Kinos kommen, vielleicht auch etwas später. Kino ist ein schwieriges Geschäft.

Große Freude: Dieter Lindemann kehrt auf den Bildschirm zurück!

In der ZDF-Kommödie »Überleben an der Scheidungsfront – Mann darf sich doch mal irren« spielen Uwe Ochsenknecht und Valerie Niehaus wieder Dieter Lindeman und Esther Luedecke, die mit nun drei Kindern – vom Alltag überfordert – in eine Ehekrise rutschen. Das Drehbuch schrieb Jens Urban frei nach meinem Roman »Man(n) darf sich doch mal irren! Unser Leben nach der Wickelfront«. Regie führt Titus Selge. In weiteren Rollen sind u.a. Claes Bang, Marie-Lou Sellem, Cornelia Gröschel, Jevgenij Sitochin und Sabine Vitua zu sehen. Als Gast ist Renate Krößner dabei. Der Film ist die Fortsetzung der Komödie »Überleben an der Wickelfront«, die am 3. Mai 2012 im ZDF zu sehen war.

Der Journalist Dieter Lindemann (Uwe Ochsenknecht) glaubt, die perfekte Lösung für das Familienleben mit fünfjährigen Zwillingen und der jüngsten Tochter Rosa gefunden zu haben. Er will sich die Kinderbetreuung »50:50« mit seiner Frau Esther (Valerie Niehaus) teilen. Dass Dieter und Esther sich dadurch als Paar auseinanderleben und nur noch bei der Übergabe der Kinder sehen, übersieht er dabei leider.

Dieter fällt aus allen Wolken, als Esther ihm gesteht, dass sie sich in den attraktiven dänischen Kollegen Lars Knudsen (Claes Bang) verliebt hat. Verletzt und wütend zieht er in ein Hotel. Gleichzeitig wird er von seiner Chefin Saskia (Marie-Lou Sellem) in der Redaktion unter Druck gesetzt. Und als wäre das nicht schon Herausforderung genug, macht Dieters übereifrige Praktikantin Lisa (Cornelia Gröschel) ihm auch noch auf Schritt und Tritt Konkurrenz. Dieter stürzt sich in die Arbeit – und in einen prekären Flirt. Als er während seines turbulenten »Überlebenskampfes« erkennt, dass er Esther noch liebt, greift er zu ungewöhn­lichen Mitteln, um seine Familie zurückzugewinnen.

»Überleben an der Scheidungsfront« wurde produziert von Ziegler Film, Produzenten sind Regina Ziegler und Marc Müller-Kaldenberg. Verantwortliche Redakteurin im ZDF ist Stefanie von Heydwolff.

Vor der »Scheidungsfront« überlebten wir die »Wickelfront«:
Das ZDF zeigt Uwe Ochsenknecht als Dieter Lindemann im Spagat zwischen Karrierenöten und Erziehungsurlaub.

Endlich schwanger – Zwillinge!! Dass sich als Familie vieles ändert, war Dieter (Ochsenknecht) und Esther Lindemann (Valerie Niehaus) klar. Aber dass quasi nichts mehr vom alten Leben bleibt, dämmert Dieter erst, als er den Job als Nahostkorrespondent gegen ein Jahr Kinderpflege eintauscht. Während in der Redaktion an seinem Stuhl gesägt wird und Esther als Scheidungsanwältin Erfolge feiert, lernt Dieter im Sandkasten die alleinerziehende Corinna (Alwara Höfels) kennen. Sie hilft, damit er »heimlich« ein Sonderheft schreiben kann. Als das auffliegt, ist der Teufel los… In der lebensklugen Familienkomödie nach dem gleichnamigen Roman von Dieter Bednarz, Jahrgang 1956, überspielt Ochsenknecht nonchalant gelegentliche Momente des Leerlaufs

Zur Belohnung für die sensible Drehbucharbeit von Stefan Kuhlmann auf der Basis des Buches und für das gute Händchen von Regisseur Titus Selge gab es tolle Quoten:

Als überforderter Vater in Elternzeit hat Uwe Ochsenknecht es in dem ZDF-Spielfilm nicht leicht. Seine Bemühungen wurden aber mit dem Tagessieg im Gesamtpublikum belohnt. Peer Schader in der Meedia-Quotenanalyse erklärt das Stück unter Regie von Titus Selge zum »Sieger des allgemeinen Unterhaltungsgemetzels vom Donnerstag«. 4,80 Millionen Zuschauer entschieden sich für die Komödie »Überleben an der Wickelfront«; und bescherten dem ZDF eine Sehbeteiligung von 15,6 Prozent. Bei den Jüngeren entschieden sich immerhin 0,95 Millionen (7,9 Prozent) für den Spielfilm. Tolle Werte für das ZDF und für die Erfolgsproduzentin Regina Ziegler.

Daumen hoch für die lebenskluge Familienkomödie nach dem gleichnamigen Roman von Dieter Bednarz

TV Spielfilm über die Verfilmung der »Wickelfront«