Zur Person

Drei Mal habe ich großes Glück gehabt in meinem Leben. Das erste Mal verbinde ich mit dem 1. Oktober 1981. Das war meine erster Arbeitstag beim SPIEGEL, in dessen Redaktionsvertretung Düsseldorf. Das Team des berühmten Nachrichtenmagazins in der NRW-Landeshauptstadt zu verstärken, war für mich mehr als nur ein Jobwechsel.

Geboren wurde ich am 3. September in Bochum, der Heimatstadt meiner Mutter; mein Vater stammte aus der Straßenbahner-Siedlung in Witten-Crengeldanz, die gleich nebenan liegt. Aufgewachsen bin ich jedoch in Essen, erst im Stadtteil Rüttenscheid, dann in Essen-Stadtwald. Meine vier Jahre jüngere Schwester Jutta Bednarz lebt noch heute in unserem späteren Elternhaus in Essen-Bredeney. Ich schreibe das so ausführlich, damit man versteht, warum ich bekennender Ruhrpöttler bin.

Erste Erfahrungen im Journalismus habe ich schon vor dem Abitur gesammelt, als fester freier Mitarbeiter der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ), die ihren Hauptsitz in Essen hat. Für deren Samstagsausgabe habe ich über jodelnde Krankenschwestern und Flöte spielende Schrotthändler geschrieben. So bot sich nach dem Abitur ein Volontariat bei der WAZ an. Mein Schicksal war besiegelt. Meine sehr lesernahe Ausbildung zum Journalisten erhielt ich vor allem in der Lokalredaktion der WAZ-Wattenscheid, hospitierte aber auch beim Westendeutschen Rundfunk (WDR) in Köln und in der WAZ-Parlamentsredaktion in Bonn. Für erfolgreich initiierte Leser-Blatt-Bindung-Aktionen machte mich der damalige Chefredakteur Siegfried Maruhn vorzeitig zum Lokalredakteur in Bottrop; später förderte er auch meine Akkreditierung als WAZ-Korrespondent in Jerusalem.

In die Heilige Stadt war ich im Sommer 1979 als Ersatzdienstleistender für die Berliner „Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste“ gegangen. In deren Landeszentrale, dem „Haus Pax“ in Jerusalem, war ich das Mädchen für alles: Ich betreute Reisegruppen und jüdisch-deutsche Versöhnungsinitiativen, schrubbte aber auch die Toiletten und Duschen. In meiner freien Zeit berichtete ich für die WAZ aus Jerusalem. In meiner Israel-Zeit schrieb ich gemeinsam mit meinem Mit-Freiwilligen, dem heutigen Islamwissenschaftler Michael Lüders, meine beiden ersten Bücher, die im Früjahr 1981 nahezu zeitgleich mit meiner Rückkehr nach Deutschland herauskamen: „Palästina Protokolle – Bestandsaufnahme und Perspektive“ und „Blick zurück ohne Hass – Juden aus Israel erinnern sich an Deutschland“

„Wir haben gehört, Sie sind auf dem Markt“, so meldete sich im Sommer 1981 der SPIEGEL bei mir. Das Nachrichtenmagazin irrte. Ich war auf dem Weg in die WAZ-Lokalredaktion Bochum, wo ich wieder als Redakteur arbeitete, bis ich im Herbst zum Studium der Politik- und Islamwissenschaften nach Hamburg gehen wollte. Nach wenigen Gesprächen war klar, dass der SPIEGEL meine Zukunft würde. Am 1.Oktober 1981 begann ich als politischer Redakteur im Düsseldorfer Landesbüro des Nachrichtenmagazins.

Das zweite Mal großes Glück hatte ich am 14. Oktober 1998. An jenem Tag lernte ich die Hamburger Rechtsanwältin Esther Göttling kennen – und lieben. 2002 folgte die Hochzeit in einem buddhistischen Tempel auf Sri Lanka. Die damals entstandene Freundschaft zu dem ehrwürdigen Mönch Siri Sudhamma ist der Ausgangspunkt des aktuellsten Buch- und Filmprojekts „Mönch Siri – Besuch von Buddhas bestem Mann“.

Der dritten Glücksfall meines Lebens war für mich die Geburt unserer Kinder: Erst die der Zwillinge Fanny und Lilly im August 2005, dann die unseres „Gottesgeschenks“ Rosa im Februar 2007. Aus unseren heiteren aber auch nervenaufreibenden Erfahrungen auf dem langen Weg zum Kind und in den ersten Jahren mit den Mädels entstand 2009 das autobiographische Sachbuch „Überleben an der Wickelfront – Vom Elternglück in den besten Jahren“, das als Hardcover bei der DVA, München, und als Taschenbuch bei Goldmann, München, erschienen ist. Als Hörbuch wurde es beim Audio Verlag veröffentlich, gesprochen vom mir. Im März 2011 wurde „Überleben an der Wickelfront“, verfilmt von der Berliner Erfolgsproduzentin Regina Ziegler, zum Quotensieger des Tages im ZDF.

Anders als von mir in meinem gleichfalls verfilmten Roman „Mann darf sich doch mal irren! – Von unserem Leben nach der Wickelfront“ beschrieben, bekämpfen Esther und ich uns nicht an der Scheidungsfront. Im Gegenteil. Ich lebe vergleichsweise glücklich unter „meinen“ vier Frauen. Auch von der SPIEGEL-Front bin ich noch nicht desertiert, sondern versuche tapfer, das Fähnchen für Qualitätsjournalismus hoch zu halten.